Der Widerrufsbutton kommt - Was Du jetzt wissen musst - Pflicht ab 19. Juni 2026
- Anja Grigoleit

- vor 2 Tagen
- 5 Min. Lesezeit

Kurz & knapp vorab:
Ab dem 19. Juni 2026 bist du als Online-Unternehmerin gesetzlich verpflichtet, einen Widerrufsbutton auf deiner Website einzubinden – wenn du Verträge mit Privatpersonen über deine Website abschließt. Dieser Artikel erklärt dir genau, was das bedeutet, was technisch umzusetzen ist und welche Lösungen für dich funktionieren – besonders auf Wix.
Was ist der Widerrufsbutton überhaupt?
Das Prinzip klingt simpel: Wer online kauft, soll online genauso einfach widerrufen können. Genau das schreibt jetzt der neue § 356a BGB vor, mit dem Deutschland die EU-Richtlinie 2023/2673 in nationales Recht umsetzt.
Der Begriff „Widerrufsbutton" ist dabei etwas irreführend – denn der Gesetzgeber spricht technisch nur von einer Widerrufsfunktion. Es muss also kein klassischer Button sein. Ein hervorgehobener, gut sichtbarer Link reicht – solange er die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.
Was zählt: Deine Kundinnen müssen während der gesamten Widerrufsfrist mit wenigen Klicks widerrufen können. Ohne Login. Ohne App-Download. Ohne Papierkram.
Für wen gilt die Pflicht?
Die Pflicht gilt für dich, wenn alle drei Punkte zutreffen:
Du bist Unternehmerin (im Sinne von § 14 BGB) – also selbstständig tätig.
Du schließt Verträge mit Privatpersonen (B2C), nicht nur mit anderen Unternehmen.
Der Vertragsabschluss erfolgt über deine Website, ein Online-Formular, eine Buchungsseite oder eine App – und für diesen Vertrag besteht ein gesetzliches Widerrufsrecht.
Wichtig zu wissen
Reine B2B-Angebote sind von der Pflicht ausgenommen, da Unternehmern kein gesetzliches Widerrufsrecht zusteht. Außerdem gibt es bestimmte Vertragsarten, bei denen ohnehin kein Widerrufsrecht besteht – eine Übersicht findest du direkt im Gesetz: § 312g BGB auf gesetze-im-internet.de
Konkret betroffen sind zum Beispiel: Online-Shops, Coaching-Angebote, digitale Kurse, Mitgliedschaften, Beratungsleistungen, Buchungsseiten für Dienstleistungen, Softwarelizenzen – kurz gesagt: fast alles im Online-Business, bei dem Privatpersonen buchen oder kaufen.
Wie muss der Widerrufsbutton gestaltet sein?
Hier gibt es klare gesetzliche Anforderungen – und ein paar Fallstricke, die es zu vermeiden gilt:
Gut sichtbar und hervorgehoben: Der Button muss sich optisch klar von anderen Inhalten abheben – zum Beispiel durch Farbe, Kontrast oder Umrahmung.
Klare Beschriftung: Optimal ist „Vertrag widerrufen" oder eine eindeutig gleichbedeutende Formulierung.
Dauerhaft verfügbar: Der Button muss während der gesamten Widerrufsfrist erreichbar sein – nicht nur beim Kauf.
Nicht hinter einem Login versteckt: Der Widerruf darf nicht voraussetzen, dass deine Kundschaft sich erst einloggt.
Nicht durch Pop-ups verdeckt: Nichts darf den Button überlagern oder unzugänglich machen.
Kein App-Download erforderlich: Die Funktion muss direkt über den Browser nutzbar sein.
Empfehlung für die Platzierung: im Footer deiner Website, gut sichtbar und farblich hervorgehoben. Zusätzlich kannst du ihn auch in einem Kundenbereich einbinden – aber ausschließlich dort wäre zu wenig.
Was muss nach dem Klick passieren?
Das Gesetz schreibt ein zweistufiges Verfahren vor. Es läuft so ab:
1
Klick auf den Button
Deine Kundin klickt auf „Vertrag widerrufen" und wird weitergeleitet – zu einem Formular oder einer Bestätigungsseite.
2
Vertragsidentifikation
Auf der Folgeseite gibt sie die nötigen Daten ein: ihren Namen, eine Vertragskennung (z.B. Bestellnummer oder E-Mail-Adresse) und eine E-Mail für die Bestätigung. Mehr darf nicht verpflichtend abgefragt werden – insbesondere kein Widerrufsgrund.
3
Aktive Bestätigung
Ein zweiter Button – „Widerruf bestätigen" – schickt den Widerruf ab. Damit ist das zweistufige Verfahren erfüllt.
4
Automatische Eingangsbestätigung per E-Mail
Unmittelbar nach dem Absenden muss deine Kundin eine automatische Eingangsbestätigung mit Datum und Uhrzeit per E-Mail erhalten. Das ist gesetzlich vorgeschrieben.
Das Problem mit Wix – und anderen Baukastensystemen
Wix bietet derzeit keine native Lösung für den Widerrufsbutton an. Das ist ein echtes Problem – denn wer auf Wix aufgebaut hat, kann keine Plugins installieren wie bei WordPress. Die Erweiterungsmöglichkeiten sind begrenzt.
Ähnliches gilt für andere Baukastensysteme wie Jimdo, Squarespace oder Webflow. Während klassische Shopsysteme wie Shopware oder WooCommerce bereits native Lösungen planen oder anbieten, müssen Baukastensystem-Nutzerinnen auf externe Lösungen zurückgreifen.
Die gute Nachricht: Es gibt einfache, günstige und technisch korrekte Wege, den Widerrufsbutton auch auf Wix zu implementieren. Ich zeige dir drei davon.
Drei Lösungen für deine Website
Selbst bauen
Kostenlos
Über Tools wie Brevo (ehemals Sendinblue) plus ein eigenes Formular auf deiner Website. Technisch möglich – aber zeitaufwendig. Du musst das zweistufige Verfahren und die automatische E-Mail-Bestätigung selbst einrichten.
Geeignet für: Tech-affine Nutzerinnen mit Zeit.
Beliebt
Kostenfreie Lösung
0 €
widerrufbutton.net bietet eine fertige Lösung, die per Script in jede Website eingebunden werden kann – in ca. 10 Minuten. Technisch korrekt und rechtssicher umgesetzt. Das Design ist schlicht, funktioniert aber einwandfrei.
Geeignet für: Alle, die schnell und kostenlos fertig sein wollen.
Elegante Lösung
9 €/Jahr
widerrufonline.de ist eine SaaS-Lösung, die sich designkompatibel in jede Website einfügen lässt. Du bekommst einen individuellen Link, den du einfach in den Footer einbaust. Schnelle Einrichtung, professionelles Ergebnis.
Geeignet für: Wer auf optische Konsistenz achtet.
Wix konkret: So bindest du den Button ein (von Lösung 2)
Für Wix empfehle ich die Lösung über widerrufbutton.net oder widerrufonline.de – beide sind explizit für Baukastensysteme wie Wix konzipiert. Die Einbindung läuft über Wix' eingebaute Funktion „Benutzerdefinierter Code":
Gehe in deinem Wix-Dashboard zu Einstellungen → Benutzerdefinierter Code (unter „Erweitert").
Klicke auf „+ Code hinzufügen".
Füge das Script-Tag des jeweiligen Anbieters ein.
Wähle als Platzierung „Body – Ende" und wende es auf „Alle Seiten" an.
Klicke auf „Anwenden" und veröffentliche deine Website.
Hinweis für Wix-Nutzerinnen
Die Funktion „Benutzerdefinierter Code" steht nur auf Wix Premium-Plänen zur Verfügung – nicht auf dem kostenlosen Plan. Falls du noch keinen Premium-Plan hast, ist das ein guter Anlass, auf einen umzusteigen.
Wie das in der Praxis aussieht – inklusive Live-Demo – zeige ich dir in meiner Masterclass am 9. Juni.
Was du außerdem anpassen musst
Der Button allein reicht nicht. Du solltest auch deine Widerrufsbelehrung aktualisieren. Der neue Gestaltungshinweis 3 in Anlage 1 EGBGB schreibt vor, dass du deine Kundschaft in der Belehrung ausdrücklich auf die neue Widerrufsfunktion hinweist – inklusive der Adresse, unter der sie erreichbar ist.
Außerdem solltest du intern sicherstellen, dass eingehende Widerrufe auch bearbeitet werden – denn mit dem Button kommen Widerrufe potenziell häufiger und strukturierter rein als bisher.
Deine Checkliste zur Umsetzung
Prüfen, ob du B2C-Verträge über deine Website abschließt (wenn ja: betrifft dich)
Eine der drei Lösungen auswählen und einbinden
Button sichtbar im Footer platzieren – nicht verstecken
Zweistufiges Verfahren sicherstellen: Klick → Formular → Bestätigung
Automatische Eingangsbestätigung per E-Mail einrichten
Nur Pflichtfelder abfragen: Name, Vertragskennung, E-Mail
Widerrufsbelehrung aktualisieren und auf neue Funktion hinweisen
Internen Prozess für eingehende Widerrufe festlegen
Alles bis spätestens 19. Juni 2026 live schalten
Kostenlose Masterclass · 9. Juni 2026 · 9:00 Uhr
In 60 Minuten fertig –live mit mir auf Wix
Du willst nicht selbst rumprobieren, sondern einmal genau sehen, wie es geht? In meiner Masterclass zeige ich dir alles Schritt für Schritt – live, mit echtem Wix-Account, in 60 Minuten.
Was die neue Pflicht genau bedeutet – und ob du wirklich betroffen bist
Welche Lösung für deine Website die richtige ist
Live-Demo: Widerrufsbutton auf Wix einrichten
Schnelle Alternativen für alle anderen Systeme
Deine Fragen – beantwortet
Bestandskundinnen erhalten diese Masterclass kostenfrei – bitte schau in dein Postfach.
Fazit
Der Widerrufsbutton mag auf den ersten Blick wie ein weiterer bürokratischer Aufwand wirken – aber er ist gut umsetzbar. Wer die richtigen Tools kennt, ist in unter 30 Minuten fertig. Das Risiko bei Nicht-Umsetzung ist deutlich größer: Abmahnungen, verlängerte Widerrufsfristen und mögliche Bußgelder.
Mein Rat: Schau dir noch heute die drei Lösungsoptionen an, entscheide dich für eine und setze sie um – oder komm am 9. Juni in die Masterclass, dann machen wir es zusammen.
Quellen & weiterführende Links:
Und was ist deine Leidenschaft?
Vielleicht ist es nicht Toast (fair enough 😄).
Aber jeder von uns hat etwas, das ihn oder sie antreibt. Was begeistert dich? Was machst du mit Leichtigkeit, wofür andere dich bewundern?
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